Sonntag, 4. Mai 2014

in der Waldeinsamkeit

Eine kräftige Regenschauer und schon treiben Grashalme, Unkräuter,
Blümchen und die Bäume kräftig aus.
Hier und dort sind kleine Wasserpfützen auf dem Waldweg. 
Und wie es im Wald duftet, so frisch, so erdig.
Es duftet nach Leben, nach Frühling.

 
Eine Taube beobachtet mich im Geäst und gurrt gelassen vor sich hin.
Ein Kuckkuck ruft, Graureiher sitzen am Weiher und halten Ausschau nach Futter.
Schwäne, die in aller Ruhe ihr Gefieder putzen.
Ja, sogar eine Otterfamilie durchschwamm den Weiher.
 
 Es ist fast Windstill und die Blätter in den Bäumen
wiegen sachte hin und her.
 

  Ich ging im Walde so vor mich hin,
und nichts zu suchen, das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich ein Blümlein stehn,
wie Sterne blinkend, wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen, da sagt es fein:
Soll ich zum Welken gebrochen sein?
Mit allen Wurzeln hob ich es aus,
und trugs zum Garten am hübschen Haus.
Ich pflanzt es wieder am kühlen Ort;
nun zweigt und blüht es mir immer fort.
Johann Wolfgang von Goethe (1748 – 1832)
 
 Vergänglichkeit und Neubeginn






Kommentare:

  1. Danke für diesen wundervollen Spaziergang!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  2. Liebe Moni
    Wie wunderschön dieser Waldspaziergang gewesen sein muss. Ich denke jetzt nicht nur an den Anblick, der ist einfach umwerfend - wenn man das Auge dafür hat, sondern ich denke auch an die Gerüche, an die Geräusche, das Vogelgezwitscher. Eine herrliche Zeit. Vielen Dank dafür, dass du uns mit auf diesen Spaziergang genommen hast.
    Liebe Grüsse
    Ida

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